Hanf für die Schifffahrt

Hanf war nach Holz das am häufigsten verwendete Material im Schiffsbau. Denn keine andere Naturfaser kann den gewaltigen Kräften des offenen Meeres und den ständigen Angriffen des Salzwassers besser standhalten. 

Dank des Hanfs konnte sich ein Schiff über Wasser halten

Hanf wurde für Segel, Takelage und andere Schiffstaue verwendet. Mit dem mit Teer behandelten Hanf dichtete man übrigens die Nähte zwischen den Brettern des Schiffsrumpfes ab, um das Schiff wasserdicht zu machen. Diesen Vorgang nennt man kalfatern. Die Kleidung der Seeleute war nicht selten aus Hanf hergestellt und der Kapitän führte sein Logbuch auf Hanfpapier. Dank Lampen mit Hanföl konnte die Besatzung Unterdeck die (auf Hanfpapier gedruckte) Bibel lesen. Um einen Schiffbruch überleben zu können und sicherzustellen, dass Nahrung an Bord sein würde, nahm jedes Schiff tonnenweise Hanfsamen mit. 

Eine ökonomische Großmacht

Auch Dank der Schifffahrt waren die Niederlande im 17. Jahrhundert eine wirtschaftliche Großmacht. Doch ohne Hanf hätte dieses Goldene Zeitalter nicht stattgefunden!

Detail einer Landschaft von Herman Saftleven (in Barcelona ausgestellt). Sie zeigt Arbeiter, die ein Schiff reparieren und mit Hanffasern wasserdicht machen.

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Hanf für industrielle Zwecke oder schlicht und einfach Hanf: So werden normalerweise die fasererzeugenden Cannabissorten bezeichnet, die weniger als 0.2% THC enthalten und daher beim Rauchen oder bei der Einnahme keinen psychotropen Effekt haben – es sei denn, man kann mehrere Tonnen an Buds glei

Hanffasern gehören zu den längsten und stärksten Weichfasern der Pflanzenwelt. Menschen konnten schon früh Textilien daraus herstellen.