Hanffasern

Hanffasern gehören zu den längsten und stärksten Weichfasern der Pflanzenwelt. Menschen konnten schon früh Textilien daraus herstellen.

Dank des Hanfanbaus konnte man die bis dahin übliche Kleidung aus Tierhäuten gegen Kleidungsstücke aus gewebtem Stoff austauschen. Kleidung aus Hanf galt lange Zeit als rau und scheuernd, aber die ausgestellten Muster in unseren Museen in Amsterdam und Barcelona stellen unter Beweis, dass diese enorm vielseitige Faser so stark wie ein Ankerseil und so weich wie Seide sein kann. Besuchen Sie uns und fühlen Sie selbst!

Die allerersten Kleidungsstücke wurden aus Hanffasern hergestellt 

Die ältesten, uns bekannten Beispiele aus gewebtem Material sind alle aus Hanf. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden diverse Kleidungsstücke und Textilien gefunden, von Sandalen und rituellen Gewändern bis hin zu Wundverbänden und Teppichen. Die langen, starken Pflanzenfasern wurden zuerst zu einem Faden gedreht. Diese Fäden wurden zu Strängen geflochten, wodurch ein starkes Seil entstand. Aus diesen Seilen wurden Netze gestrickt, die zum Fischen und Jagen dienten. Die Weiterentwicklung der Webtechnik ermöglichte die Herstellung von immer feineren Maschen, bis aus dem Netz ein Stück Stoff geworden war.

Ein besonderes Exponat der Museumskollektion (Leihgabe von Robert Clarke) ist ein zeremonielles, chinesisches Gewand, von Hand aus Hanf hergestellt, wie das in China seit Tausenden von Jahren Tradition ist.

Hanf und die Geschichte der Segelschiffe

Hanf gehörte nach Holz zu den am meisten verwendeten Materialien im Schiffsbau und spielte bei der Entdeckung unseres Planeten eine wesentliche Rolle. Die Fasern der Pflanze wurden sehr vielseitig eingesetzt: für Segel, Seile, Takelage und Kleidung. Die Hanffasern wurden mit Teer zwischen den Nähten eines Schiffsbodens angebracht, um diesen wasserdicht zu machen. Keine einzige andere Naturfaser kann den gewaltigen Kräften des offenen Meeres und den ständigen Angriffen des Salzwassers standhalten. Auch Bibeltexte wurden auf Hanfpapier gedruckt.

Ohne Hanf hätte Kolumbus niemals die neue Welt entdecken können und in den Niederlanden wäre das 17. Jahrhundert (in dem mächtige Segelschiffe für die weltweite Verteilung von Handelswaren sorgten) ohne Hanf niemals zu einem Goldenen Zeitalter geworden.  Detaillierte Modellschiffe zeigen all diese Anwendungen und es gibt auch zahllose Beispiele von Hanfseilen, variierend von feinen Fäden bis hin zu beeindruckenden Ankertauen mit einem Durchmesser von 30 cm.

Moderne Nutzung von Hanffasern

Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurde in der Bekleidungsindustrie die Verwendung von neuen synthetischen Stoffen immer beliebter. In den letzten Jahrzehnten hat sich hier jedoch ein Umdenken vollzogen. Die umweltfreundlichen und nachhaltigen Eigenschaften von Hanf sind neu entdeckt worden.  Stoffe aus Hanf sind von ihrer Qualität her den Baumwollstoffen nicht nur überlegen, sondern ihre Produktion ist auch viel weniger umweltschädigend.

Kleidung aus Hanf ist sehr widerstandsfähig und hält länger als Kleidungsstücke aus anderen Stoffen. Der Stoff kann ebenso leicht und weich wie Baumwolle hergestellt werden. Hanfkleidung knittert weniger als Leinen, ist sehr saugfähig und ideal für Menschen mit empfindlicher Haut. Dieselben Eigenschaften, die dafür sorgen, dass Hanf als einzige Faser für Seereisen geeignet ist, machen dieses Material auch ideal für die Herstellung von Schuhen. Sowohl Nike als auch Adidas haben Sportschuhe aus Hanf hergestellt. Auch diese Exponate sind in unseren Museen zu sehen. 


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Collection items

High on Nano

Dank einer großzügigen Spende des holländischen Chemikers Dr. Willem Mulder konnte das Hash Marihuana & Hemp Museum seine Kollektion mit einem Surfboard, das aus Hanffasern hergestellt ist, erweitern. 

Das Hanfspinnen

Diese antike Ansichtskarte ist ein interessanter Zeuge für die lange Geschichte von Hanf in Frankreich.

Segel, Takelage und Seile wurden aus Hanffasern hergestellt.

Vermutlich hätte sich die Niederlande ohne Hanf im Goldenen Zeitalter nicht zu einer ökonomischen Großmacht entwickeln können. Für den Schiffbau war diese Pflanze unverzichtbar.