Hanf für den Sieg

Der japanische Angriff auf Pearl Harbor 1941 löste den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg aus. Dadurch musste die amerikanische Kriegsproduktion so schnell wie möglich auf Vollbetrieb hochfahren. Da die philippinische und ostindische Hanfproduktion in die Hände der Japaner geraten war und die Juteeinfuhr aus Indien nachließ, entstand ein Mangel an Fasern. Aber gerade diese Fasern waren dringend nötig für Seile, Schnürbänder, Fallschirmleine usw. Die Lösung für dieses akute Problem fand man im Anbau von Hanf auf amerikanischem Boden – von einer Pflanze, die zu jener Zeit (nach 1937) in Amerika illegal war.

Kurze Propagandafilm „Hemp for Victory”

Um die Bauern der Staaten Kentucky und Wisconsin zu überzeugen, statt Mais nun Hanf anzubauen, ließ das amerikanische Landwirtschaftsministerium 1942 den kurzen Propagandafilm „Hemp for Victory” (Hanf für den Sieg), herstellen. Dieser vierzehn Minuten lange Schwarzweißfilm, der in seiner Gesamtlänge in unseren Museen zu sehen ist, wurde von Raymond Evans regissiert. Voice-Over-Sprecher ist Lee D. Vickers: „Vor langer Zeit, als die griechischen Tempel noch neu waren, stand Hanf bereits im Dienst der Menschheit. Schon seit Tausenden von Jahren wurde diese Pflanze in China und an anderen Orten im Fernen Osten zur Herstellung von Seilen und Stoffen angebaut. Jahrhunderte lang, bis ungefähr 1850, wurden alle Schiffe, die die westlichen Meere befuhren, mit Seilen und Segeln aus Hanf ausgerüstet. Für den Seemann, sowie auch für den Henker, war Hanf unentbehrlich.”

Teil des Kriegsprogramms

Die Stimme fährt fort: „1942 haben Vaterland liebende Bauern auf Wunsch der Regierung etwa 15.000 Hektar Hanf angepflanzt, eine Steigerung von mehreren Tausend Prozent. Das Ziel für 1943 sind über 20.000 Hektar Hanf. (…) Als Teil des Kriegsprogramms muss die Hanfproduktion mit sofortigem Eingang gesteigert werden.”

Der Anbau von Hanf in den Vereinigten Staaten

Nach dem Krieg wurde der Anbau von Hanf – der Wunderpflanze, die am amerikanischen Sieg mitbeteiligt war – wieder verboten. Die Existenz des Films „Hemp for Victory” wurde von der amerikanischen Regierung sogar jahrelang abgestritten. Bis die Cannabisaktivisten Jack Herer, Maria Farrow und Carl Packard 1989 der amerikanischen Kongressbibliothek zwei Kopien auf VHS als Geschenk übergaben. Sie hatten den Film nach einer gründlichen Nachforschung in den Filmarchiven entdeckt.

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Hanf für industrielle Zwecke oder schlicht und einfach Hanf: So werden normalerweise die fasererzeugenden Cannabissorten bezeichnet, die weniger als 0.2% THC enthalten und daher beim Rauchen oder bei der Einnahme keinen psychotropen Effekt haben – es sei denn, man kann mehrere Tonnen an Buds glei