Geschichte des Hanfs

Industriehanf gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Die für den industriellen Gebrauch gezüchteten Sorten enthalten kaum psychotrope Stoffe, gehören aber dennoch zu derselben Familie wie Medizinalhanf oder Cannabis, der heutzutage in den Amsterdamer Coffeeshops verkauft wird. Die Fasern des Bastgewebes, welches den holzigen Stängel der Cannabispflanze umgibt, sind die stärksten überhaupt. Diese Faserstärke ist eines der vielen Vorteile von Industriehanf.

Anbau, Ernte und Verarbeitung des Hanfs

In unseren Museen in Amsterdam und Barcelona zeigen wir in allen Einzelheiten die historische Entwicklung von Anbau, Ernte und Bearbeitung des Hanfs. Dargestellt wird ferner die breite Palette an Produkten, für die der Hanf den Rohstoff lieferte, von Seilen über Zehentrenner und Kimonos bis hin zu Wassersäcken. Textilien aus Hanf waren wegen der Haltbarkeit der Fasern schon immer sehr beliebt. 

All dies ist in unseren Museen zu besichtigen

Besondere Stiche und Buchillustrationen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, seltene Fotos vom Hanfanbau in Italien oder in Osteuropa oder antikes Werkzeug, welches beim Hanfanbau eingesetzt wurde, zeugen von der langen Geschichte der Pflanze. Obwohl die Abbildungen oftmals ein romantisches Bild des bäuerlichen Lebens vermitteln, sah die Realität ganz anders aus. Die Hanfverarbeitung war eine schwere Arbeit, mit der sich ganze Familien zwecks Broterwerb beschäftigten. 

Stadien der Hanfverarbeitung

Hanf wurde jahrhundertelang in derselben Weise verarbeitet. Nach der Ernte wurden die Blüten, Samen und Blätter mit Stöcken aus der Pflanze herausgeschlagen. Die Hanfstängel wurden danach 'geröstet' — ein Auflösungsprozess —, indem sie auf dem Feld oder in einem Wassergraben ausgelegt und somit jeden Morgen vom Tau befeuchtet wurden, was die Auflösung des in den Stängeln enthaltenen Pektins begünstigte (sogenannte Tauröste). Der holzige Kern des Stängels löste sich dadurch von den Bastfasern (Faseraufschluss). Die feuchten Stängel wurden danach zu Büscheln zusammengefasst und zum Trocknen an ein spezielles Gitter oder an eine beschnittene Weide angelehnt. Manchmal verwendete man zum gründlichen Trocknen des Hanfs auch Feuer.  

Beim Brechen des Hanfs wurden die Stängel mit einem Holzwerkzeug (einer Breche) zerkleinert, um die Bastfasern vom Kern zu trennen. Danach schlug man beim sogenannten Schwingen mit einem flachen Holz (der Schwinge) auf die Faserbüschel ein, um noch mehr holziges Material zu entfernen.  Durch das Hecheln, bei dem die Fasern durch eine mit spitzen Drähten versehene Hechel gezogen wurden, wurden die letzten Holzteile von den Fasern getrennt. Nach diesen Bearbeitungsschritten konnten die Fasern zu Fäden weiterverarbeitet werden, aus denen dann Seile gedreht oder Textilien gewebt wurden. 

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Die weiblichen Blüten von Cannabis Sativa sind meist länger und stärker "federförmig" als die von Cannabis Indica.

Cannabis Sativa gilt weltweit als die am meisten verbreitete Cannabisform und mit vielen möglichen Anwendungen.

Hanf für industrielle Zwecke oder schlicht und einfach Hanf: So werden normalerweise die fasererzeugenden Cannabissorten bezeichnet, die weniger als 0.3% THC enthalten und daher beim Rauchen oder bei der Einnahme keinen psychotropen Effekt haben – es sei denn, man kann mehrere Tonnen an Buds glei

Wird Hanfsaat gepresst, entsteht ein Öl, das direkt als Lebensmittel und für industrielle Produkte verwendbar ist.

Aus Hanfsamen gewonnenes Öl kann ohne weitere Verarbeitung sowohl zu Ernährungs- als auch industriellen Zwecken eingesetzt werden.