Cannabis in karikaturen

Jeder kennt den kräftig gebauten Zeichenfilmhelden Popeye, der immer wieder in eine  brenzlige Situation gerät und dann, knapp bevor ihn der bärtige Seebär Bluto besiegt, eine Büchse Spinat in sich hineingießt. Er entwickelt dann ungeahnte Kräfte und schlägt jeden Gegner. Aber holen sich Popeye und Olivia das erstaunliche, grüne Zeug auch tatsächlich im Gemüseladen?

Umgangssprache für Cannabis

Als der amerikanische Stripzeichner Elzie Segar (1894-1938) Popeye 1929 erfand, stand das amerikanische Wort für Spinat in der Umgangssprache für Cannabis. In dieser Bedeutung hört man es zum Beispiel in der Nummer „The Spinach Song (I Didn't Like It The First Time)” von der Jazzband Julia Lee and Her Boyfriends, die auch einen Hit erzielten mit „Lotus Blossom (Sweet Marijuana)”. Sie traten in Jazzclubs in Kansas City auf, wo jeden Abend Haschdampf hing und sie verwendeten „Spinat“ als Metapher für Marihuana. Das reizt zum Nachdenken über den Spinat schluckenden Seemann, umso mehr, weil Popeye das Gemüse durch seine Pfeife konsumierte. Für Spinat aus der Büchse ist das schon ziemlich merkwürdig.

In den dreißiger Jahren behaupteten Anti-Cannabislobbyisten außerdem, dass Cannabis immun machte gegen Kugeln und dass es andere übernatürliche Kräfte verlieh, wie Popeye auch sang: „I’m strong to the finish ’cause I eat me spinach” (Ich bin stark bis zum Sieg, wenn ich Spinat mir krieg.). Als Seemann kannte Popeye natürlich exotische Pflanzen und Kräuter. Amerikanische Seeleute waren nämlich die ersten, die in den USA Cannabis rauchten. Es gibt im Zusammenhang mit Popeye noch einen weiteren Bezug zu Cannabis: in den sechziger Jahren hieß Popeyes Hund „Birdseed”, bzw. Vogelsaat, und in jener Zeit wurden Hanfsamen auch als Vogelfutter verwendet.

Der Spinat-Song

"Spinat hat Vitamin A, B und D, aber Spinat hat mich nie gereizt.
Doch eines Tages beim Essen mit einem Mann, beschloss ich es zu versuchen.
Ich mochte es nicht beim ersten Mal, es war so neu für mich.
Ich mochte es nicht beim ersten Mal, ich war so jung, siehst du.
Ich rannte vor dem Zeug davon, doch jetzt kann ich irgendwie nicht genug kriegen.
Ich mochte es nicht beim ersten Mal, oh, es ist mir so ans Herz gewachsen!”

Share: 
Facebook icon
Twitter icon
Pinterest icon
On display here: 

Viele Ausstellungsstücke in unseren Museen sind dem kulturellen Aspekt der Verwendung von Cannabis gewidmet. Pfeifen und Rauchgeräte aus aller Welt zeigen, wie in verschiedenen Kulturen Marihuana und Haschisch konsumiert wurde und heute noch wird.